Wappen - Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen (Bukowina) e.V.
     

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Bukowina-Reiseberichte  

               

Buchenlandkanal 
              

   Buchenlandreise 2006 von Alfred Wanza

     

                   Reisegruppe vor der Wallfahrtskirche                 Reisegrupe vor dem Hotel    

             Der Reisebus                    Gäste und Gastgeber in Cacica              Reisegruppe bei Stop in Budapest
                                                      

Dem unermüdlichen Einsatz von Herrn Alfred Wenzel, dem Vorsitzenden des Landesverbandes Niedersachsen der Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen, ist es zu verdanken, dass auch in diesem Jahr, in der Zeit vom 17.07. bis 27.07.2006, wieder eine Fahrt in die alte Heimat, das Buchenland und die heutige Bukowina stattfinden konnte. Es war sehr schwierig die erforderliche Mindestzahl an Mitreisenden zusammenzubekommen und das Busunternehmen zu überzeugen, die Reise nur mit der halben Belegungszahl anzutreten. An dieser Stelle ein Dankeschön an das Busunternehmen Schmidt aus Salzgitter, dessen Inhaber ein Freund der Bukowina ist. Auch den hervorragenden Fahrern, die mit ihren Rumänisch- und Landeskenntnissen und sehr viel Fingerspitzengefühl die Reisenden immer wieder gut nach Hause bringen, gilt ein besonderer Dank.   Das Reiseunternehmen führt seit langem die Fahrten für die Landsmannschaft durch. So werden bei der Festlegung der Reiseroute auch Umwege hingenommen, um unterwegs Mitreisende aus verschiedenen Landesteilen aufzunehmen. Die Unterbringung im Hotel Bradul in Vatra Dornei entspricht westlichem Standard. Einige Mitreisende wohnten bei Bekannten und Verwandten in verschiedenen Orten. Für die Mitreisenden bestand die Möglichkeit, neben den angebotenen und im Preis enthaltenen vier Ausflugsfahrten nach Rădăuţi, Suceava, Gura Humorului oder das Rodnagebirge sowie Cacica mit Besichtigungen der bekannten Klöster, Kirchen, Museen, Märkte und vielem mehr, die freien Tagen für Besuche in den Heimatorten zu nutzen. Krönender Abschluss war ein gemeinsamer Gottesdienst in der Wallfahrtskirche von Cacica, der von dem deutschen Pfarrer Proschinger abgehalten und vom Chor des deutschen Forums  aus Suceava mit wunderschönen buchenländischen Kirchenliedern begleitet wurde. Anschließend fand ein gemütliches Beisammensein mit Essen und Gesang statt. Auch diese Reise war wieder ein voller Erfolg.    zurück zum Seitenanfang

 Buchenlandreise 2006 – Besuch in der Heimat ihrer Vorfahren  

                                                                                                                                

  Besuch bei einer Deutschen      Besuch bei einer rumänischen Freundin         In einem rumänischen Haus          

     

  Haus vor den Bergen Adam und Eva         Vor dem Wasserbrunnen          Gemeinsamer Gottesdienst          

    Haus vor den Bergen Adam und Eva             Frau Moroşan vor dem Brunnen             Gemeinsamer Gottesdienst                           

  Zu Besuch          Kath. Kirche          Ev. Kirche                                                                       

Eine Gruppe von sechs Mitreisenden hatte sich in der Pension Christiana in Pojoriâta niedergelassen. Das bedeutete, dass nach der Ankunft um 22:00 Uhr noch ein Transfer mit zwei Privatfahrzeugen über Jacobeny und den 1.295 m hohen Berg Mestecanis absolviert werden musste. Ein Hindernis waren die in Bau befindlichen Straßen. Mit Mitteln der EU wird hier auf einem Abschnitt von ca. 100 km die Straße verbreitert und es werden sämtliche Versorgungsleitungen verlegt, an die später die Orte angeschlossen werden. Mit diesem Hindernis hatte unser Bus schon weit von Vatra Dornei zu kämpfen, was auch zu der späten Ankunftszeit führte. Nach einer herzlichen Begrüßung und Einnahme einer hervorragenden Suppe und einem Begrüßungstrunk fielen wir  alle in die Betten. Am nächsten Morgen eröffnete sich allen Beteiligten der wunderschöne Blick in die Landschaft. Nach einem guten Frühstück standen Besuche von alten Bekannten an. Die herzliche Begrüßung mit Umarmungen und die ebenso herzliche Aufnahme in den Häusern gehören zu den Selbstverständlichkeiten des Landes. Das gilt für die nahestehenden Landsleute und die bekannten rumänische Familien gleichermaßen. Die erstmals Mitreisenden sind beeindruckt von dieser Herzlichkeit. Besucht wurden Familien und alleinstehende Personen deutscher Herkunft sowie rumänische Familien, die man aus alter Zeit kannte oder die in den ehemals deutschen Häusern oder auf deren Grundstücken wohnen. Unsere kleine Reisegruppe hatte den großen Vorteil, von dem Wissen von Angela Eisenhut geborene Vogel, die noch in Pojorâta zur Schule ging und sowohl rumänisch als auch Zipser Mundart spricht, zu profitieren. Folglich schwärmten wir immer mit Angela aus, die den anderen Beteiligten zeigen konnte, wo sie geboren wurde oder wo ihre Eltern wohnten.  Es war schon ein ordentliches Programm zu absolvieren. Bei den Besuchen paarten sich die Wiedersehensfreude bei den Älteren unter uns mit Neugierde und der Erwartungsspannung  bei den Jüngeren. In den kühlen Häusern und den gemütlich eingerichtet Räumen wurde zipserisch und rumänisch gesprochen oder übersetzt. Es wurden aktuelle Informationen ausgetauscht, es wurde gemeinsam gelacht, gesungen und es wurden kleine Geschenke ausgetauscht.

Im nu stellten die Gastgeber etwas zum Essen und zum Trinken auf den Tisch, als hätten sie auf uns gewartet. Der Abschied war ebenso herzlich wie die Begrüßung. An den folgenden nicht mit anderen Programmen belegten Tagen setzten sich die Besuche gleichermaßen fort. Da jeder Mitreisende den Wunsch hatte, entweder alte Bekannte zu treffen oder an den Ort seines Geburtshauses oder denjenigen seiner Eltern zu gelangen, waren viele Kontakte ganz unterschiedlicher Art angesagt. Die Jüngeren unter uns, die nach der Umsiedlung  anderorts geboren wurden, suchten die Häuser ihrer Eltern auf. Die Älteren hingegen hatten ganz gezielte Vorstellungen.  Am Ende kam man zu ganz unterschiedlichen Erkenntnissen. In den vielen Jahren nach der Umsiedlung hatte sich viel verändert. Die noch vorhandenen Häuser wurden von ihren Bewohnern zum Teil baulich verändert. Einige alte Häuser standen leer, weil der Bewohner inzwischen verstorben waren. Andere Häuser wurden bereits durch neue Häuser ersetzt, die inzwischen von jüngeren Familien bewohnt werden.  Die älteren Mitreisenden berichteten, dass sich das Dorfbild durch viele neue und größere Häuser stark verändert hat. So hat Pojorâta inzwischen neben vielen neuen Häusern auch zwei neue große Kathedralen erhalten. Die katholische Kirche befindet sich aufgrund westlicher Unterstützung in einem guten Zustand. Der Zustand der gegenüberliegenden evangelischen  Kirche ist leider wesentlich schlechter. In den Kirchen werden noch in Abständen Gottesdienste abgehalten.  Am Sonntag nahmen die angereisten Gäste zusammen mit der einheimischen Bevölkerung ein einem solchen Gottesdienst in der katholischen Kirche teil. Die Gottesdienste werden hier sonntäglich abwechselnd in deutsch und rumänisch abgehalten. In der evangelischen Kirche findet noch monatlich ein Gottesdienst statt.                  zurück zum Seitenanfang                 

Buchenlandreise 2006 – Ausflugsfahrt nach Rădăuţi und Besuch des deutschen Forums in Câmpulung

                                                  

 Markt in Radautz   Kath. Kirche  Deutscher Kulturverein     Klosterkirche        

      Markt in Rădăuţi          Altar der kath. Kirche in Rădăuţi       Haus des dt. Kulturvereins Rădăuţi             Kloster Moldoviţa   
                                                                                                      

 Chor Deutsches Forum         Deutsch-Rumänische Singgemeinschaft   

          Zu Gast bei Freunden    

                      

Am zweiten Tag vor Ort fand die Ausflugsfahrt nach Rădăuţi statt. Unsere kleine Gruppe ist bei der Durchfahrt des Reisebusses in Pojorâta dazu gestiegen. Im Bus hatte inzwischen Oskar Hajnakowski, den inzwischen alle Buchenlandreisenden kennen, die Reiseleitung übernommen. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass sich die einheimischen Landsleute rührend um die Belange der Gäste kümmern. Hierzu gehört neben Oskar auch Costantin Guga sowie seine Mutter und viele andere. Frau Guga, eine ehemalige Professorin, schreibt in deutsch und rumänisch wehmütige Gedichte über die Bukowina. Sie ist mit Ihren Eltern aus Czernowitz geflüchtet und hat in Vatra Dornei ihre zweite Heimat gefunden. Ihre Bindung zu den Buchenlanddeutschen ist tief. Als Widmung in ihren Gedichtsbänden, die sie gern verschenkt, schreibt sie stets: „Das Buchenländertreffen hat uns viel Freude ins Herz gebracht. Ein Wiedersehen in der Bukowina bringt Glück. Bitte, kommen Sie wieder!“
 

Frau Guga hat gerade ein Buch mit dem Titel: „Träume der Bukowina“ neu verfasst. Wir werden versuchen, dass dieses Werk sowie die Gedichte von Frau Guga in Deutschland veröffentlicht werden. Vielleicht finden wir freundliche Helfer. Nach diesem kurzen Abschweif zurück zur Ausflugsfahrt. In Rădăuţi  haben wir das Markttreiben erlebt, die schöne katholische Kirche sowie die orthodoxe Kathedrale besichtigt. Nach einer gemeinsam eingenommenen Suppe haben wir das „Deutsche Haus“ besucht, das das Deutsche Forum Rădăuţi zurück erhalten hat. Ein mächtiges Gebäude mit vielen Räumen, in dem sich zeitweise auch ein Kino befand. Nach der Besichtigung wurde deutlich, dass noch viel Arbeit zu leisten ist, die ohne unsere gemeinsame Unterstützung nicht zu schaffen ist.  Auf der Rückfahrt haben wir das Kloster Moldova sowie die Töpferstadt Marginea besucht. Unsere Gruppe von sechs Leuten hatte nach der Rückfahrt ein Treffen mit dem Deutschen Forum in Câmpulung geplant. Dieses sollte sich als angenehme Überraschung herausstellen. Man hatte uns mit einem Kleinbus von der Ausstiegsstelle in das Forum gebracht. Hier hatte sich der Chor postiert, um uns mit schönen und gekonnt vorgetragenen alten Buchenlandliedern zu überraschen. Nachdem wir an einem von unseren Gastgebern zusammengetragenen gut gedeckten Tisch platz genommen hatten, haben wir besprochen, dass sich jeder Einzelne kurz vorstellt. Woher er kommt, welches Leid oder Glück er erfahren hat und wie es ihm heute geht. Es waren einprägsame Momente, in denen jeder noch einmal das eigene Schicksal  denen seiner Gesprächspartner gegenüberstellen konnte und vielleicht seine eigenen Schlüsse daraus zog. Da sich die meisten Deutschen mit Rumänen verheiratet hatten, kam es zu interessanten Begegnungen, wie in einer großen Familie, so dass sich am Ende auch die Zurückhaltendsten vorstellten.  Es wurde viel erzählt und gesungen. Emilan Fedorowytsch hat mit seiner Gitarre die Stimmung genauso angeheizt, wie auf der anderen Seite die Chormitglieder mit ihrem bekannten Sänger Corneliu Barbulescu. Es wurden deutsche wie auch rumänische Lieder gemeinsam gesungen. Es wurden neue Freundschaften geschlossen und Adressen ausgetauscht. Unser Zeitplan wurde abermals über den Haufen geworfen. Am Ende nahmen sich alle Beteiligen an die Hand und bildeten einen großen Kreis, um sich zu verabschieden und gemeinsam, "So ein Tag, so wunderschön wie heute" und andere Abschiedslieder zu singen. Wieder war ein schöner eindrucksvoller Tag zu Ende. Dennoch bleiben Fragen. Auch hier gibt es noch viel zu tun. Das Gebäude, das dem Deutschen Forum gehört, könnte noch weiter verbessert werden. Den Menschen an dieser und jener Stelle könnte ebenfalls noch geholfen werden. Reicht unsere  Unterstützung? Vielleicht könnte man vor Ort Strukturen schaffen, um konkrete Hilfe zu leisten, um vielleicht sogar kleine Projekte einzuleiten? Wenn man erfährt, dass einer Rentnerin nach Miete und Nebenkosten noch 15 € mtl. zum Leben verbleiben, wird man nachdenklich.       zurück zum Seitenanfang                                 

  Buchenlandreise 2006 – Unternehmungen in der Umgebung

                     Gäastehaus Sava

                           Restaurant Gästehaus Sava in Pojorâta

  Hirtenhund auf der Rarau-Alm        Zu Gast bei Freunden        Gäster vor der Pension Elena         E

Die Zeit verrann wie im Fluge. Bis zur Fahrt nach Cacica und zur Zwischenübernachtung vor der Abreise nach Vatra Dornei war es nicht mehr lang. Neben den bereits geschilderten örtlichen Exkursionen und Besuchen  fand   noch eine Fahrt nach Câmpulung mit Besichtigungen des bekannten  Holzmuseums, der Kirchen und des Marktes statt. Einen Tag später stand für einige Mitreisende ein kleines Abenteuer in Form einer Fahrt mit dem Jeep auf den 1.653 m hohen Rarău an. Auf der zum Rarău führenden Straße Izvor nahmen die Beteiligten an diesem Tag nach 6 km zuerst ein deftiges Frühstück in dem von der Familie Sava neu errichteten Gasthaus für Wanderer ein. Die Familie Sava betreibt gegenüberliegend eine Cabană (Herberge) mit wunderschön rustikal eingerichteten Räumen mit Zentralheizung und Dusche und großem Kaminzimmer für 16 Personen. Man kann sich hier bei voller Verpflegung – wie bei Muttern – preisgünstig einquartieren. Gestärkt und froh gelaunt setzten wir die Fahrt durch den dichten Buchenwald, vorbei an sprudelnden Bächen fort.  An den Lichtungen konnte man kleinere Kuhherden, die sich im Schatten unter den Bäumen ausruhten, beobachten. Für uns ein eher ungewöhnliches Bild. An der nächsten größeren Lichtung konnte man deutlich die Bergkuppe mit den bekannten Felsen sowie den 1.857 m hohen gegenüberliegenden Giumalău erkennen. Oben angekommen, machten wir vor dem neu errichteten Hotel halt, um die naheliegenden Felsen zu erklimmen. Von hier eröffnete sich ein wundschöner Panoramablick. Zu bestaunen war ferner der kräftige und gesunde Fichtenbestand sowie die üppigen und blühenden Waldwiesen.  Nach dem Abstieg zu unserem Jeep, machten wir uns auf den Weg zum lichten noch höher liegenden Gipfel mit seinen kräftigen Wiesen und einer Cirna (Almhütte). Von hier eröffnete sich nun der totale Panoramablick, der die Karpaten über die Bukowina hinaus sichtbar werden lies. Auf dem Rückweg kamen wir an einer Schafherde mit ihrem Schäfer und seinen Hunden vorbei. Das Nähern der Hunde mir ihrem 15-20 cm langem stockähnlichen Schutz gegen Wölfe am Halsband, verhinderte ein Aussteigen. Der Abgleich eines von Emilian im Vorjahr gemachten Fotos mit dem Schäfer der Herde machte nicht deutlich, ob es sich bei dem sich unserem Jeep nähernden Schäfer um die abgebildete Person handelte. Im Gespräch wurde schnell klar, dass es sich um den frate = Bruder handelte. Der Schäfer erhielt freudestrahlend die Ablichtung, um sie seinem Bruder auszuhändigen. Nach der Ankunft im Tal und nach einer kurzen Erfrischung folgten wir einer Einladung des Bruders unserer Gastgeberin. Hier haben wir zusammen mit weiteren Gästen in einer gemütlichen Blockhütte, die sich auf dem Grundstück vor dem Hintergrund von Adam und Eva befand, lang und ausgiebig gefeiert. Mit starker Unterstützung unseres Sängers Emilian sowie seiner Gitarre wurden deutsche und rumänische Lieder bis in die späten Abendstunden gesungen. Leider hatte die Konversation an den sprachlichen Defiziten etwas gelitten. Nicht unerwähnt lassen möchten wir an dieser Stelle unsere netten Gastgeber, die in zentraler Lage von Pojorâta eine kleine Pension betreiben und uns jeden Wunsch von den Augen abgelesen haben, um uns mit hervorragenden landesüblichen Speisen und Getränken zu versorgen. Ebenfalls haben unsere Gastgeber für uns eine Abschiedsfeier organisiert, zu der wir weitere deutsche und rumänische Bekannte und Freunde eingeladen hatten. Die Gastlichkeit und Gemütlichkeit mit netten Leuten beim Genuss der landesüblichen Speisen und Getränke bei ausgelassener Fröhlichkeit und Gesang werden wir sehr vermissen.     
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Buchenlandreise 2006 – Cacica und der Abschied

 

 Gäste und Gastgeber vor der Wallfahrtskirche          Altarder Wallfahrtskirche          Reisegruppe mit Gästen    
 

 Kirche     Fußgängerzone  Spiegelsaal             

Der letzte Ausflug führte uns nach Cacica in die bekannte Wallfahrtskirche mit der “Schwarzen Madonna”. Hier hielt der deutsche Pfarrer Proschinger einen Gottesdienst. Pfarrer Proschinger ist nach dem Krieg zu Fuß die Flucht aus sibirischer Gefangenschaft bis in die Bukowina gelungen. Das Forum aus Suceava hatte seinen Chor nebst Kleinorgel in der Kirche postiert. Dieser ehrfürchtige Ort in Form der wunderschönen Kirche mit ihren Altären und der Madonnengrotte in Verbindung mit der Andacht von Pfarrer Proschinger und den einmaligen Gesängen des Chors hinterließ bei den Besuchern einen tief verbleibenden Eindruck. Nach dem Gottesdienst trafen sich die Beteiligten im neuen Restaurant der Pension Lidana, um den Tag bei Essen und Trinken gemütlich ausklingen zu lassen. Gemeinsam wurden alte Buchenlandlieder gesungen und es wurde erzählt. Und wieder war ein schöner Tag zu Ende. Am nächsten Tag hatte unsere Reisegruppe die für die Rückreise geplante Zwischenübernachtung in Vatra Dronei anzutreten. Unsere Gastgeber brachten uns nach dem Frühstück mit dem PKW nach Vatra Dornei. Hier hatten wir Gelegenheit, nach einer Rast an einem schattigen Plätzchen in einem Restaurant, uns noch ein Mal die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen. Dazu zählten der bekannte Spiegelsaal, die katholische Kirche, das Heimatmuseum und die neue Kathedrale am Park. Wir fanden sogar die Zeit für Einkäufe von Geschenken sowie für einen Spaziergang im schönen Park. Im Hotel Bradul, dass gerade seinen riesigen Anbau mit Schwimmbad und vielen Bäderabteilungen eröffnet hatte, stießen wir abends  zu den in Vatra Dornei verbliebenen Reisenden. Zur Verabschiedung waren auch Oskar Hajnakowski, Frau Guga und Sohn sowie ein Bekannter von Emilian Fedorowytsch erschienen. Emilian hatte den Zwischenstopp genutzt, um auch hier alte Bekannte zu besuchen. Nach dem gemeinsamen Abendessen und Singen von einigen Buchenlandliedern war allen Beteiligten klar, dass nun nach dem Abschied von den einheimischen Gästen die frühe Abfahrt von 4:00 Uhr früh am nächsten Tag ihren Tribut fordern würde. Die Rückfahrt, die geprägt war vom gegenseitigen Berichten über das Erlebte sowie dem Austausch von Adressen, führte uns über einen Zwischenstopp in Bruck a. d. Leitha in die Heimat zurück. Zurück bleibt leider auch die Ungewissheit, ob im nächsten Jahr genügend Teilnehmer für eine neue Fahrt in die Bukowina zur Verfügung stehen werden. Zu empfehlen ist diese Reise allemal, vor allem den Jüngeren, die die Heimat ihrer Vorfahren noch nicht kennen. Sie sollten sich die Erfahrungen mit den vielen netten Menschen und der wunderschönen einmaligen Landschaft nicht entgehen lassen. Die Globalisierung wird auch hier in Kürze ihre Spuren hinterlassen. Dennoch bleibt zu guter Letzt die Hoffnung, dass diese Region ihre Einzigartigkeit bewahrt.

 Im Juli 2006 – A. Wanza                                         zurück zum Seitenanfang

 

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Seletin - am Ende der Nordbukowina

 

Als ich im September 2006, innerhalb von 14 Monaten, zum 4. Mal nach Czernowitz fuhr und diesmal zum 2.Mal mit dem Auto, was ich nur empfehlen kann, wollte ich unbedingt den Ort Seletin (heute auf ukrainisch Селятин gesprochen:Seljatin) besuchen, da dort für einige Jahre meine Urgroßeltern, Mathilde (geb. Feigel) und Wilhelm Kubiczek,  lebten und meine Großeltern Aurelia (geb. Kubiczek) und Emil Wimmer dort am 22.08.1909 sich das JA-Wort in der katholischen Kirche gaben.

In einigen Büchern, wie z.B.- Czernowitz, eine Stadt im Wandel der Zeit-  ist mein Großvater auf der Seite 62 als Frankonia mit Pater Sonntag zu sehen.)

Anschließend hatten meine Großeltern dann in Czernowitz, in der Pfarrer-Kunz-Gasse, später in der Arbeitergasse und vor der Umsiedlung in der Dr. Rothgasse gewohnt.
Die Autofahrt von Czernowitz nach Seletin war einfach, die Strassen waren bis auf ca. 20 Km vor Seletin in Ordnung und führte uns durch folgende Orte:  Storozynetz (am Sereth), Berhometh, Schipoth (am Sereth) und Ruska (am Sereth).


Wie schon erwähnt waren die Straßenverhältnisse auf den letzten Kilometern schlecht und sehr staubig, so dass mein schwarzes Auto eher wie ein hellgraues aussah. Die letzten Serpentinen , Kurven und Steigungen waren hinter uns, als wir das Ortsschild von Seletin passierten.
Seletin ist heute ein Ort direkt an der Grenze zu Rumänien und man kann hinter dem Grenzzaun das Leben auf der anderen Seite beobachten.
Als ich mit meiner Begleiterin, es war Oksana Nakonechna, die ich bei meinem 1.Besuch in Czernowitz  kennengelernt habe, am Spätnachmittag in den Ort fuhr, kam er mir ziemlich groß und langgestreckt vor. Ich hatte mit einem kleinen Bergdorf gerechnet und war in dieser Weise erstmal überrascht, da ich an die Erzählungen meiner Mutter dachte, die dort als Kind die Ferien verbrachte.


Möglicherweise ist der Ort im Laufe der Zeit größer geworden.Ich hatte vor, den Friedhof zu besuchen und die Kirche, in denen meine Großeltern geheiratet hatten, denn eine Adresse bzw. ein Hinweis zum Wohnhaus meiner Urgroßeltern fehlte mir.Sie betrieben in Seletin eine „Säge“ (kleines Sägewerk).

Auf den Friedhof hoffte ich das Grab meines Urgroßvaters zu finden, denn meine Urgroßmutter ist 1942 in Radautz verstorben und auf den dortigen Friedhof begraben. Da wir weder den Friedhof, noch eine Kirche sahen, fragte meine Begleitung Leute die am Wege standen und uns als Fremde begutachteten.


Diese waren sehr freundlich und erklärten uns den Weg zur Kirche.Als wir dann nach einer kurzen Fahrt vor der Umzäunung der Kirche standen, sahen wir schon einige Gräber, die gleich neben der Kirche waren, aber man sah, dass die Zeit
viele Beschriftungen unlesbar gemacht hat und genauso viele hatten gar keine Tafeln mehr.Wir gingen trotzdem von Grab zu Grab, aber wir fanden keinen Hinweis auf meinen Urgroßvater.
Die Kirche war verschlossen, aber wir hatten hier auch wieder Glück und vorbeikommende sagten uns, wer die Schlüssel zur Kirche besitz und wo sie wohnten.


Es war nur eine Strasse weiter und wir fanden das Haus und gerade als ich am Haus klopfte kamen sie, eine ältere Frau und ihr Mann, von der Feldarbeit nach Hause. Oksana erklärte ihnen unser Anliegen und sie waren sofort bereit mit uns zur Kirche zu gehen.


Sie stellten nur ihre Geräte weg, machten sich etwas frisch und begleiteten uns zur Kirche.Ich betrat die kleine Kirche  97 Jahre nach der Trauung meiner Großeltern Aurelia und Emil Wimmer, welche am 22. August 1909 hier durch den Pfarrer Luczko getraut wurden. Es war ein schönes, aber auch zugleich ein trauriges Gefühl und in Gedanken sah ich beide vor dem Altar stehen. Beim Betreten der Kirche konnte man zuerst den Eindruck gewinnen, es handelt sich um eine orthodoxe Kirche, da dem Eingang gegenüber, wo sich sonst der Altar befindet, eine Wand mit Durchgang war, so wie in einer orthodoxen Kirche, wo sich die Popen dahinter aufhalten.Diese Wand war auch mit Bildern geschmückt, die auch von der Art her in einer solchen Kirche vorzufinden sind. Diese Bilder wurden von einem Lehrer gemalt, wie man uns sagte.
Aber einige Meter vor dieser war ein  moderner, schlichter Altar und an den Seitenwänden hingen noch die alten Gemälde mit den Kreuzwegstationen und den alten deutschen Texten darunter.


Das Küsterehepaar zeigte uns auch noch die alte Krippe mit den Figuren, die bereits über 100 Jahre alt waren.Sie erzählten uns, dass die Russen aus der Kirche eine Sportstätte gemacht hatten und die Einwohner aber vorher die Bilder und anderen Gegenstände aus der Kirche holten,  ver -steckten und damit retteten.


Erst jetzt nach der Unabhängigkeit der Ukraine, wo die Zeit der Russen abgelaufen war, brachten die Leute die Gegenstände wieder in die Kirche zurück. Ein Lehrer malte, wie schon erwähnt, zusätzlich neue Bilder. So konnten viele der alten Gegenstände ihren alten Platz wieder einnehmen, darunter waren Gemälde, Fahnen, Wimpel und auch eine Monstranz.

Diese Kirche teilen sich die ukrainisch Orthodoxen mit den Katholiken. Das Ehepaar, es war selber nicht katholisch, sondern machte das alles aus Liebe zu Gott, wie es uns erklärte. Schon ihre Vorfahren gingen in diese Kirche, da sie in der Nähe war. Ich machte Videoaufnahmen und Oksana fotografierte, dabei bat uns das Ehepaar ihnen einige Fotos zu schicken, da sie keinen Fotoapparat besäßen, was wir auch gerne einige Tage später von Czernowitz aus taten.


Wie uns das Ehepaar auch noch berichtete, sei der alte Friedhof von den Russen zerstört worden und es gäbe neben der ukrainisch orthodoxen, auch eine russisch orthodoxe Gemeinde, dessen Priester (Pope) nicht gerade christlich auf seine Gemeinde einwirkt und ihnen sagt, dass sie ja nicht in diese Kirche gehen sollen, denn dort wohnt der Teufel. Das bestätigten uns auch in der Nähe stehende Leute.


Der Priester, der hier die katholische Messe liest, kommt aus Putilla.


Wir bedankten uns für die aufgebrachte Zeit und gaben ihnen ein Geschenk und verließen abends wieder Seletin.

Die Gedanken waren noch lange bei diesem kleinen Ort in den Karpaten, der mich in die Zeit meiner Familie versetzt hat und wenn ich auch nicht das Grab meines Urgroßvaters fand, so hat es sich doch gelohnt diese Menschen kennen gelernt zu haben.


Für den Rückweg nahmen wir eine andere Route, die uns durch folgende Orte führte: Ploska, Putilla, Wiznitz (Wischnitz), Waschkowitz (am Czeremosch) , Luzan und Czernowitz.

Dieser Ausflug in die Vergangenheit hat mich noch weiter beschäftigt und es werden mit Sicherheit noch andere folgen, denn auch in der Südbukowina hatte ich Verwandte
.

Reinhold Czarny  

29.11.2006

                                             

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Zum ersten Mal in Czernowitz
Ein Reisebericht und Spurensuche
Von Gabi Schwarz - April 2011

Die Schwestern Maria und Gabi vor dem Deutschen Haus an der Czernowittzer Herrengasse bei Eingang ins Haus und zum Café KärntenUnser Vater Josef Manasterski wurde 1930 in Komaresti im Kreis Storojinetz unweit von Tschernowitz geboren. Er lebte dort bis zur Umsiedlung im Jahre 1940 mit seinen Eltern und Großeltern auf einem schönen Hof. Zeit seines Lebens hat er seine alte Heimat nicht vergessen und uns Kindern immer wieder von seinem Leben dort erzählt. Neugierig geworden, machten meine Schwester Maria und ich uns im April dieses Jahres auf die Reise in die Bukowina. Wir wollten einerseits natürlich gerne die Stätten aufsuchen, an denen mein Vater und seine Vorfahren gelebt haben, uns interessierte aber auch sehr, wie die Menschen dort heute leben. Wir entschlossen uns daher, unsere erste Reise mit dem Reiseunternehmen Ex Oriente Lux zu unternehmen, dessen Konzept es ist, den Reisenden realistische Einblicke in Geschichte und Gegenwart des Landes zu vermitteln und interessante Begegnungen mit Einheimischen zu ermöglichen. Wir fuhren mit dem Zug bis Posen und stiegen dort in den Nachtzug bis Przemysl. Von dort ging die Fahrt im Kleinbus über die ukrainische Grenze weiter nach Tschernowitz. Dort übernachteten wir im Hotel Bukowina und erlebten ein ausgezeichnetes Programm unseres Reiseveranstalters: Wir bummelten durch die seit der 600-Jahr Feier schön renovierte Stadt und den Park. Wir besuchten das Deutsche Haus in der ehemaligen Herrengasse, wo der stellvertretende Vorsitzende, Herr Piwtorak gerade mit einigen Helfern, den Raum für das Osterfest schmückte. Auch hier wird übrigens der Südostdeutsche fleißig gelesen. Wir besichtigten die Jurij-Fedkowytsch-Universität, die ehemalige Residenz des Metropoliten der Bukowina und hörten dort einen hochinteressanten Vortrag des Literaturwissenschaftlers Dr. Peter Rychlo, der uns in ausgezeichnetem Deutsch Tschernowitz als Literaturstadt vorstellte. Wir besuchten die ehemalige Vorstadt Rosch, in der bis 1940 viele deutsche Familien lebten, und fuhren auf den Cecinaberg, einem beliebten Ausflugsziel der Tschernowitzer Bürger damals wie heute. Für uns sehr interessant war, dass uns die Möglichkeit zu einem Gespräch mit einem Redakteur einer unabhängigen Tschernowitzer Wochenzeitung gegeben wurde. Es war bedrückend zu erfahren, dass wenige Tage vor unserer Ankunft der mehrfach demokratisch gewählte Bürgermeister von Tschernowitz ohne rechtliche Grundlage einfach abgesetzt worden ist. Traurig ist auch, wie sehr die allgegenwärtige Korruption die Entwicklung und den Fortschritt im Land behindert. Ein großes Problem in der heutigen Ukraine ist auch die Verbreitung der Drogenabhängigkeit. Die Perspektivlosigkeit der Menschen und insbesondere auch der Jugendlichen aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse ist sicherlich einer der Hauptgründe, warum die Ukraine heute die erste Stelle einnimmt, was die Geschwindigkeit der Verbreitung von Drogenabhängigkeit und HIV in Europa betrifft. Wir hatten Gelegenheit, das Drogenhilfsprojekt “нова сім*я“ zu deutsch „Neue Familie“ kennenzulernen. Wir konnten uns vor Ort in den Gesprächen mit Mitarbeitern und Betroffenen über die gute Arbeit dieser Organisation in diesem schwierigen Problemfeld überzeugen. Wer mehr über die Arbeit dieses Projektes erfahren möchte oder die Organisation unterstützen möchte kann sich an die Präsidentin der Stiftung Tanja Berezhnaya wenden. Sie spricht gut deutsch.
 

An zwei Tagen nahmen wir nicht an dem von unserem Reiseveranstalter angebotenen Programm teil, sondern besuchten zunächst die Archive in Tschernowitz, um etwas über die Vorfahren unseres Vaters herauszufinden. Wir trafen dort Frau Natalia Masian. Sie spricht gut deutsch und war sehr freundlich. Sie hat uns geholfen und erklärt, wie man am besten bei der Suche in den alten Handschriften vorgeht. Sie erzählte uns, dass sie vor einiger Zeit ein Seminar der Archivare auf dem Heiligenhof mit Herrn Geier vom Bukowinainstitut in Augsburg teilgenommen und in Augsburg vieles gelernt hat, was für die Ahnenforschung wichtig ist.

Es ist ein besonderes Erlebnis, in den 200-Jahre alten Handschriften zu blättern!

Der absolute Höhepunkt unserer Reise war für meine Schwester und mich jedoch unser Ausflug in die Dörfer Komaresti, Jadowa und Petroutz, in denen mein Vater und seine Familie vor 80 Jahren lebten. Über unsere Spurensuche und die Begegnungen mit den Menschen dort habe ich einen eigenen Bericht geschrieben.


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                        Czernowitz - Empfehlungen für Individualtouristen
                                                                  von Emilian Fedorowytsch 

Im Oktober 2004 besuchte ich die seit dem Zweiten Weltkrieg  zur Ukraine gehörende ehemalige Hauptstadt der Bukowina und Heimat meiner Eltern, die Stadt Czernowitz (Cernivci / Cernauti)  auf eigene Faust. Aufgrund von Empfehlungen entschied ich mich für die rumänische Fluggesellschaft Carpatair, die mit robusten zweimotorigen Saab-Maschinen (50 bzw. 35 Sitze) von mehreren deutschen Flughäfen aus vor allem Städte im Nordbereich Rumäniens anfliegt, wobei auf dem Flughafen von Timisoara eine Zwischenlandung mit Umstieg in eine andere Maschine derselben Airline erfolgt. Bei dem 30 - 45 minütigen Aufenthalt wird das Gepäck automatisch verladen. Mein Flug führte mich bei 3 Std. 20 Min. reiner Flugzeit von Düsseldorf via Timisoara nach Iasi. Nach dortiger Übernachtung erreichte ich am nächsten Tag nach zweistündiger Zugfahrt die Stadt Suceava (die Fahrkarte für den Rapid - Schnellzug hatte ich wegen der Platzreservierung bei Bekannten in Iasi vorbestellt) und von dort aus, mittels eines Minibusses die ca. 80 km entfernte Stadt Czernowitz. (Grenzübergang Rumänien/Ukraine nach ca. 50 km).Meine Abholung vom Bahnhof Suceava und die Vermittlung des Platzes im Minibus war eine organisatorische Meisterleistung der rührigen Regionalvorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen in der Bukowina, Frau Antonia Maria Gheorghiu ( Büro: Tel. 0040 230 521150, 10 - 13 Uhr ), der ich hiermit nochmals ausdrücklich danke. 

Seit 2010 fliegt die Carpatair von deutschen Flughäfen via Timisoara auch Czernowitz an. Abflug ab Düsseldorf 11,40 Uhr / Ankunft Czernowitz 16,40 Uhr (Sommer 2011)

(Benutzen Sie bei der Anfrage die englische Bezeichnung “Chernivtsi”) 

Für die Unterbringung in Czernowitz bietet sich das nicht weit von der Stadtmitte gelegene renovierte Hotel “Bukovyna” an. Bei der Besichtigung des Hotels gewann ich einen positiven Eindruck. Für Buchungen empfehle ich die Klasse Semi-Lux, die gegenüber den Standardzimmern unseren Vorstellungen von einem ordentlichen Hotelzimmer eher entspricht und im Oktober 2011 gemäß telefonischer Auskunft preismäßig bei etwa  26 Euro pro Nacht für ein Einzelzimmer und etwa 43 Euro für ein Doppelzimmer (jeweils incl. Frühstück) lag. Lux-Suiten kosteten etwa 70 Euro, egal ob für ein oder zwei Personen (incl. Frühstück). (Adresse:  Hotel Bukovyna, vul. Holovna 131, Tschernivzi, Ukraine, 58022, Tel/Fax 0038 0372 585-626). 

Am Ringplatz (pl. Zentralna) erblickt der Besucher das in den Jahren 1843 – 1847 erbaute Rathaus mit seinem 50 Meter hohen Turm. Auf dem Platz hat sich im früheren Hotel „Schwarzer Adler“ das Reisebüro “Nawkolo Switu” etabliert, das neben der Besorgung von Tickets jedweder Art, eine große Palette touristischer Leistungen anbietet. Dort ist ein 25-seitiges, gegen geringe Bezahlung erhältliches Prospekt vorrätig, in dem die Stadt Czernowitz auf über 50, meist farbigen Hochglanzfotos mit entsprechenden Textbeiträgen m. E. nach sehr gut dargestellt wird. Im Folder, das in deutscher, englischer, ukrainischer oder russischer Sprache erhältlich ist, ist ein Stadtplan mit eingezeichneten, sehenswerten öffentlichen Gebäuden integriert. (Adresse: “Nawkolo Switu”, pl. Zentralna 7 - 8, 58000 Tschernivzi, Ukraine, Fax: 0030 0372 55-16-77, Tel: 0038 0372 58 52 63 oder 58 52 64)  

Geht man vom Ringplatz in die Herrengasse (vul. O. Kobyljanskoji) hinein, tauchen nach knapp 50 Metern linkerhand die Restaurants “Dnjister” und “Watra” sowie  auf der gegenüberliegenden Seite das Restaurant “Koleso” auf. Das in einem Untergeschoß gelegene Restaurant “Watra” eignete  sich hervorragend für zeitsparende Mittagessen. Es wurden in täglichem Wechsel jeweils drei Menüs (kleine Vorspeise, Suppe, Fleischgericht und als Nachspeise meist Kompottsaft) angeboten, die sehr schmackhaft, preisgünstig und nicht zu groß portioniert waren (ideal für kleine Treffs). Die Begleitung durch eine der Landessprache mächtige Person sowie Reservierung erscheinen sinnvoll, da das Lokal gut besucht ist. Abends speist man „a la carte“. Es gelten höhere Preise.

Im Restaurant “Koleso”, zu dem man durch einen Hofeingang gelangt, trug die Bedienung Tracht, die Portionen waren größer und die  Preise höher. Serviert wurde an urigen Holztischen. Mir schmeckten besonders die mit Kartoffelpüree gefüllten und mit Speck und Zwiebeln abgeschmolzenen Pirogen (gefüllte Teigtaschen). Gegen Ende der Herrengasse befindet sich das “Wiener Cafe”, in dem zusätzlich eine breite Palette von Speisen angeboten wird. Bei den  Angeboten stellt sich dieses Lokal allmählich auf West-Touristen ein, auch was die Preise anbelangt. 

In der Herrengasse Nr. 53 findet der Besucher das aus den Spenden der Bukowiner Deutschen im Jahre 1910 erbaute “Deutsche Haus”, in dem die Österreichisch-Deutsche Kulturvereinigung “Wiedergeburt“ ihren Sitz hat. Die Mitglieder treffen sich nach dem Stand vom Frühjahr 2011  sonntags, ab 12,00 Uhr, in einigen der ihnen überlassenen Räume des Hauses. Sie bleiben in der Regel nicht allzu lange. Wie ich hörte, kommen in der Regel ca. 15 – 20 Personen zusammen. Bei Geburtstagen wächst die Zahl an und kann zu Weihnachten auf bis zu 200 Besucher ansteigen. Das Deutsche Haus ist anlässlich seines 100 – jährigen Jubiläums im Jahre 2010 innen und außen frisch renoviert worden und macht im Straßenbild einen repräsentativen Eindruck. Vorsitzender des dreiköpfigen Vorstands war viele Jahre der inzwischen verstorbene Rechtsanwalt  Franz Keller. Neuer Vorsitzender ist seit Mitte 2010 Herr Alexander Schlamp. Sein Stellvertreter ist Herr Paul Piwtorak. Falls Sie beabsichtigen, Czernowitz zu besuchen, können Sie ihn gern ansprechen. (Tel. ab 18,00 Uhr:  00380372-516816) 

Im Bukowina – Forschungszentrum der Jurij - Fedkowytsch - Universität (im Haupttrakt der ehemaligen Residenz der bukowinischen Metropoliten) fand der Besucher bis zum Jahre 2010 ohne Probleme deutsch sprechende Ansprechpartner. Nach acht Jahren Förderung durch den Einsatz wechselnder, aus Deutschland  und Österreich stammender Kulturmanager – engagiert war vor allem die Bosch Stiftung – wurden die dortigen Aufgaben im Sommer 2010 in lokale Hände übergeben. 

Hauptamtlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bukowina Forschungszentrums war der inzwischen ausgeschiedene Dr. Serhij Osatschuk, der speziell die ethnosoziale Entwicklung der Bukowina des 19. und 20. Jahrhunderts verfolgt und durch Veröffentlichungen über das deutsche Vereinswesen, das deutsche Kulturleben, die interethnischen Beziehungen und den Ersten Weltkrieg in der Bukowina bekannt ist. So ist u. a. 2002 sein in ukrainischer Sprache geschriebenes Buch “Die Deutschen der Bukowina” erschienen. Das Projekt wurde gefördert durch Prof. Dr. Dr. R. J. Bartha (München) und die Österreich-Kooperation (Wien). 

Die im Bukowina – Forschungszentrum angesiedelt gewesene Österreich – Bibliothek, mit einem Bestand von derzeit über 10.000 Bänden und Neuen Medien, wurde 2011 aus Platzgründen in die Universitätsbibliothek überführt. Die Österreich – Bibliothek, die auch Literatur für die Bukowina – Forschung beinhaltet, wird von Universitätsprofessor Dr. Peter Rychlo, Dr. der Philologie und Professor am Lehrstuhl für ausländische Literatur und Literaturtheorie an der Czernowitzer Universität, geleitet. Durch den neuen Bibliotheksraum wird  - wie ich höre – den Lehrenden und Studierenden, aber auch einer breiten Öffentlichkeit ein geräumiges und gut ausgestattetes Arbeitsumfeld bereitgestellt. 

Empfohlen wird auf jeden Fall eine geführte Besichtigung des Residenzkomplexes,  des ehemaligen Sitzes der Bukowiner Metropoliten, in dem sich heute die Universität befindet..


Adresse: Jurij - Fedkowytsch – Universität, vul. Kotzjubynskoho 2, 58012 Tschernivzi, Ukraina (Termine für Führungen erfragen). 

Kunstliebhaber lockt der Besuch des Kunstmuseums im Gebäude der früheren Sparkassenverwaltung am Ringplatz (pl. Zentralna 10). Die Gemäldegalerie enthält interessante Werke von Bukowiner Malern, so z. B. der Künstler Hugo von Rezzori (Kirchen, Klöster, Außenansichten), Eusebius Lipetzky (Portraits), Panteleimon Wedeniwskyj (Portraits), Justin Pihuljak, Auguste Kochanowska, Mykola Iwasjuk, Leon Kopelman etc. Volkskunst ist im 2. Stock ausgestellt.

Das Landeskundliche Museum  in der Herrengasse (vul. O. Kobyljanskoji Nr. 28) ist mit rund 80.000 Exponaten beachtenswert. In einem großen Raum sind Trachten der Bukowina ausgestellt. 

Sehenswert sind unter den orthodoxen Kirchen die mächtige „Kathedrale des Heiligen Geistes“ (vul. Holowna 85) und die „Paraskewa-Kirche“. Bummelt man vom Ringplatz ausgehend durch die Russische Gasse (vul. Ruska) passiert man nach einiger  Zeit die rechterhand gelegene griechisch-katholische „Mariä - Himmelfahrts - Kirche“ und kurz darauf die auf der linken Straßenseite befindliche orthodoxe „Nikolaus-Kathedrale“. Deren Besuch ist allein wegen der besonderen mystischen Atmosphäre während der Messe zu empfehlen. Geht der Besucher die stetig leicht bergab führende Straße weiter, überquert nach einer längeren Strecke eine kleine steinerne Brücke und wendet sich nach links in die Zelena-Straße (vul. Zelena), so ergibt sich für ihn die Gelegenheit, den Flair eines Marktes zu erleben, auf dem neben Nahrungsmitteln auch Gebrauchsartikel aller Art und diverse Kleintiere begutachtet und gekauft werden können. 

Einige Meter weiter liegen sich der christliche und der jüdische Friedhof (einer der größten Europas) gegenüber. Nach Durchquerung des jüdischen Friedhofs vom Haupteingang aus bietet sich ein Panoramablick auf die Stadt. Wer genug Zeit hat und die auf beiden Friedhöfen befindlichen Gräber und Grüfte aufmerksam studiert, wird viele Namen wiederfinden, die in der Bukowiner Vergangenheit, in Politik wie Kultur, eine maßgebende Rolle gespielt haben. Hier manifestiert sich die Zusammensetzung der multinationalen Bevölkerung, die die Basis für kulturelle Vielfalt bis zum Jahre 1940 gewesen ist. Besonders auf dem christlichen Friedhof gibt es viele interessante Grabmäler aus der Epoche Ende des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts, deren Schöpfer bekannte deutsche, ukrainische, polnische und rumänische Bildhauer und Künstler gewesen sind. 

Zurück im Stadtzentrum ist die Besichtigung des Olha - Kobyljanska -Theaters (des früheren Schiller – Theaters) angesagt. Dies gilt besonders für das Innere des Theaters. Interessant dürfte neben einer Theater- oder Philharmonie - Vorstellung eine Kontaktaufnahme zum städtischen Kulturzentrum (Palaz Kulture) sein, das sich im Gebäude des ehemaligen Jüdischen Hauses (Teatralna pl. 5) befindet. Hier laufen die Fäden für Chöre, Tanzensembles, Theatergruppen etc. zusammen. Ein Teil der Räume steht der Czernowitzer Jüdischen Gemeinde für gesellschaftliche und kulturelle Zwecke zur Verfügung.

Abschließend sei gesagt, dass meine Empfehlungen nur einige ausgewählte Möglichkeiten der Stadterkundung aufzeigen. 

Was der Einzelne letztendlich sehen und erleben will, muss er sich anhand von Geschichtsbüchern, Zeitschriften, Prospektmaterial, mündlichen und schriftlichen Reiseberichten zum Thema Czernowitz und Bukowina selbst erarbeiten. Eine gute Vorbereitung verschafft doppelten Genuss.  

Emilian Fedorowytsch - im April 2011

Aktualisiert im Oktober 2011

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