Wappen - Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen (Bukowina) e.V.

     

bukowinafreunde.de

Verbindungsplattform für Buchenlanddeutsche, deren Nachkommen und 
      an der Bukowina Interessierte weltweit    

               



 

Ziele des Portals bukowinafreunde.de (Startseite)

 

Die am östlichen Karpatenbogen gelegene  bis 1918 österreichische
Bukowina, von den Deutschen in der Übersetzung auch Buchenland
genannt, deren Territorium von 1774 bis 1940 nordöstliche Gebiete
des heutigen Rumänien und gen Norden anschließende Gebiete der
heutigen Ukraine umfasste, war das kleinste, östlichste und
multiethnischste Kronland Österreichs.

 

Über mehrere Generationen hinweg war es zugleich das Heimatland
vieler Deutscher.

 

Die Feststellung, dass sich immer mehr Nachkommen der Ende 1940
ins Deutsche Reich umgesiedelten fast 100.000 Deutschen dafür zu
interessieren beginnen, woher ihre Vorfahren stammen und unter
welchen Bedingungen sie gelebt haben, hat uns dazu bewogen, die
Tür zur Vergangenheit einen Spalt breit zu öffnen, um der
Nachkommenschaft der Buchenlanddeutachen einen fundierteren
Bezug zur Heimat ihrer Vorfahren zu geben.

 

Darüber hinaus wollen wir nicht nur dem vorab genannten Personenkreis
sondern auch weiteren Interessierten, einschliesslich der
breiteren Öffentlichkeit, die wirtschaftlichen und kulturellen
Leistungen des Deutschtums, die unter voller Einbeziehung aller
Ethnien der Bukowina hart erarbeitet wurden, näher bringen.

 

Neben der geschichtlichen Vergangenheit sowie Interessantem und
Aktuellem aus der Bukowina und Deutschland, soll auszugsweise
auf besondere Leistungen einzelner Ethnien der Bukowina in den
Bereichen Literatur, Musik, Kunst und Brauchtum eingegangen
werden.

 

Beispiele für ein gutes Zusammenleben unterschiedlicher Ethnien

und Religionen möchten wir besonders hervorheben. Die Aufgeschlossenheit

und Gastlichkeit der Bukowiner und eine Reihe weiterer spezifischer

Eigenschaften gehören mit zum Erbe vergangener Zeiten.

Wir möchten bewußt das Verbindende und Positive betonen.

Die politische Ebene und das Eingehen auf diesbezügliche

Problemstellungen bleiben im Grundsatz ausgeklammert, da dies

nicht zu den primären Zielsetzungen unseres Portals gehört.

Jegliche Aktivität innerhalb des Portals erfolgt in unabhängiger

und informeller Form. Der Einsatz ist ehrenamtlich und basiert

auf Liebe und Respekt zur Heimat unserer Vorfahren.

 

Deutschland, im September 2009  (Überarbeitete Fassung vom Juli 2018)

 Die Verfasser -

 

 



         

Alfred Wanza (l)  und Emilian Fedorowytsch (r) im

Gästehaus der Familie Sava in Pojoritta  (Südbukowina) 

 

Hintergrund des Portals bukowinafreunde.de

 

Auf den Reisen durch die Heimat unserer Eltern machten wir uns
Gedanken, wie man - mit Bezug auf die Buchenianddeutschen -
die Vergangenheit der Bukowina und die Erinnerung an ihr
einmaliges kulturelles Umfeld wach halten kann. Mit den Inhalten
dieses Portals glauben wir unserem Ziel ein Stück näher gekommen
zu sein und insbesondere den Nachkommen der Buchenlanddeutschen
einen Weg zur geistigen Verbundenheit mit der Bukowina zu weisen.

 

Die Schilderung des Aufbaus der Bukowiner Strukturen, des seiner-
zeitigen Zusammenlebens vieler Ethnien und Religionen und der
im Jahre 1940 folgenden Umsiedlung und Integration bietet in
ihrer übersichtlichen, bisher nicht vorhandenen kompakten
Präsentation eine wertvolle Information. Sie dürfte auch viele
im Bildungsbereich Tätige ansprechen, denn sie zeigt ein
Musterbeispiel für die Möglichkeit einer gedeihlichen Koexistenz
gemäß dem "Bukowiner Modell", in dem jede nationale Gruppe ihre
Besonderheiten bewahren und ihre geistige und materielle Kultur
entwickeln konnte.

 

Bukowiner und deren Nachkommen sind schwerpunktmäßig nicht nur
in Deutschland und Österreich, sondern über die ganze Welt verteilt.
Es wäre begrüßenswert, wenn diese Plattform Interessierte
zusammenführen würde. Die Öffnung des Ostens ermöglicht ein
gegenseitiges Kennenlernen und kann zu vertiefenden Kenntnissen,
Kontakten, Toleranz und positivem Miteinander dar Völker beitragen.
Auch über die eigene Familienforschung, der wir ein größeres
Kapitel gewidmet haben, können sich Buchenlanddeutsche der Thematik
"Bukowina" annähern.

 

Im Interesse der Bewahrung und Weitervermittlung der Geisteshaltung
und Lebensart der Bukowiner empfehlen wir, sich bei noch lebenden
Zeitzeugen über interessante Lebensgeschichten zu informieren,
diese in medialer Form festzuhalten und historische Dokumente
sowie beschriftete Photos gut aufzubewahren.

 

Besonders dankbar sind wir dem ehemaligen Vorsitzenden des
niedersächsischen Landesverbandes der "Landsmannschaft der
Buchenlanddeutschen (Bukowina) e. V., Herrn Alfred Wenzel (+ 2018),
an dessen organisierten Fahrten in die Bukowina wir mehrmals
teilnehmen durften, Herrn Oberstudienrat Peter Tanzel (+ 2006),
der uns anlässlich privater Erkundungsfahrten im Buchenland ein
unentbehrlicher und mit profundem Wissen versehener Reisebegleiter
war und uns die Augen für viele verborgene Schönheiten des Landes
geöffnet hat und all denjenigen in Deutschland, Österreich und
der Bukowina, die zum Entstehen unseres Werkes beigetragen haben.

 

Deutschland, im September 2009  (Überarbeitete Fassung vom Juli 2018)


- Emilian Fedorowytsch und Alfred Wanza -

 

Wer sind die Buchenlanddeutschen?

Bereits ab 1782 folgten deutsche Siedler aus Südwestdeutschland, Böhmen, der Zips und der Österreichischen Monarchie dem Werberuf Österreichs und ließen sich in der seit 1774 zum Habsburger Imperium gehörenden, am östlichen Karpatenbogen liegenden Bukowina nieder, wo sie mit fast einem Dutzend Ethnien verschiedenster Religionsbekenntnisse friedlich zusammenlebten – mit ordentlicher wirtschaftlicher Versorgung, einem ausgefeilten Verwaltungs- und Schulsystem, einem blühenden Kultur- und Vereinsleben, einem breitgefächerten Pressewesen und einem Landtag mit einem Nationalitätenparlament, das dem Kronland einen Bukowiner Ausgleich erarbeitete, kurz gesagt, in einem Europa im Kleinformat auf 10.442 km² (entspricht ungefähr der Größe des österreichischen Bundeslandes Kärnten). 
Gemäß der Volkszählung von 1910 lag die Anzahl der Deutschen bei 9,2 %. Weitere Landesbewohner stellten die Ruthenen (Ukrainer) mit 38,4 %, die Rumänen mit 34,4 %, die Juden mit 12,0 % und Bewohner anderer ethnischer Zugehörigkeiten wie Polen, Armenier, Ungarn, Lippowaner, Slowaken u.a. 6,0 %.

Führt man den Zeigefinger auf der Landkarte Europas in den Nordosten Rumäniens, bis zur Stadt Suceava und von dort beginnend über die rumänisch-ukrainische Grenze hinaus, bis zur 40 km dahinter liegenden ukrainischen Stadt
Černivci (ausgesprochen Tscherniwzi), weitere Schreibweisen: Cernăuţi (rumänisch), Czernowitz bzw. Tschernowitz (deutsch), Czerniowze (poln.) – dann quert man das Gebiet, in dem sich zwischen 1775 und 1918 das kleinste, östlichste und multinationalste Kronland Österreichs befand, die Bukowina – von den Deutschen in der Übersetzung auch Buchenland genannt.

Im Jahre 1918 übernahm Rumänien die gesamte Bukowina. Österreich musste aufgrund der Kriegsereignisse auf sein östlichstes Kronland verzichten. Während der Norden des Landes, beginnend mit der zweiten Hälfte des Jahres 1940, von den Sowjets okkupiert wurde und heute samt der ehemaligen Hauptstadt der Bukowina
Czernowitz Bestandteil des ukrainischen Staatsgebietes ist, verblieb die Südbukowina bei Rumänien.   

Auf Basis des Molotow-Ribbentrop-Abkommens und einer weiteren Vereinbarung mit Rumänien wurden gegen Ende 1940 im Rahmen der Umsiedlung der Deutschen (heim ins Reich) innerhalb weniger Monate insgesamt 95.770 Personen aus der Nord- und kurze Zeit danach auch aus der Südbukowina Richtung Deutschland umgesiedelt. Sie kamen in vorbereitete Lager, von wo aus sie überwiegend in den Ostgebieten ansässig gemacht wurden und 1945 zusammen mit anderen Vertriebenen geflohen sind.
Ein Teil von ihnen kam im Rahmen der Umsiedlungsaktion in die "Hermann-Göring-Werke" nach Salzgitter-Lebenstedt.

Nach Kriegsende beteiligten
sich alle am Aufbau des zerstörten Landes  und gründeten bereits 1949 in der Bundesrepublik Deutschland die "Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen (Bukowina) e. V.". Nach 1989 bekamen auch die in der ehemaligen DDR angesiedelten Buchenländer Zugang zu diesem Verband. In Österreich besteht ein eingeständiger Verband unter der Bezeichnung „Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen in Österreich“.

Aufgrund der interessanten Vergangenheit der Bukowina und ihres äußerst positiven kulturellen Umfeldes – u. a. wurde
in der Stadt Czernowitz 1875 die östlichste deutschsprachige Universität gegründet - etablierten sich in Deutschland (Augsburg), der Südbukowina (Rădăuţi) und der Nordbukowina (Černivci) Bukowina-Forschungszentren, die sich in Zusammenarbeit mit regionalen Universitäten der Erforschung des Phänomens Bukowina widmen und im wissenschaftlichen und interkulturellen Bereich Forschungs-, Bildungs- und Kontaktmöglichkeiten für Bukowiner und daran Interessierte bieten.

Die heutigen Bewohner deutscher Nationalität in der Nord- und Südbukowina


Derzeit dürften in der
Südbukowina einschließlich der Nachkommenschaft nur noch wenige Tausend Deutsche (Stand 2009) leben, während die entsprechende Zahl in der Nordbukowina bei wenigen Hundert liegt. Einige sind entweder 1940 nicht umgesiedelt oder – bereits nach Umsiedlung - im Verlauf der Kriegsereignisse aus östlichen Teilen Deutschlands in die Bukowina rückgeführt worden, ohne Erstattung ihres früheren Eigentums. Andere sind nach der Deportation aus Sibirien zurückgekehrt. Nach der politischen Wende von 1989/1990 schlossen sich die noch in der Südbukowina lebenden Deutschen im innerhalb Gesamtrumäniens gebildeten „Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR)“ zusammen. Ehemalige Kultureinrichtungen wurden den deutschen Vereinen zum Teil zurückerstattet. Die früheren deutschen Kirchengemeinden wurden mit deutscher und internationaler Hilfe teilweise wieder aufgebaut. Gebäude und Einrichtungen der deutschen Foren wurden mit bescheidenen eigenen Mitteln wieder in Betrieb genommen. Hier fehlt es noch an vielem. Gute deutsche Literatur ist noch recht spärlich vorhanden oder sie ist nicht benannt. Das in der Südbukowina bestehende Regionalforum Buchenland befindet sich in der Stadt Suceava. In Radautz besteht ein Verein der Buchenlanddeutschen Radautz.

In der
Nordbukowina ist der „Österreichisch-Deutsche Kulturverein“ im Czernowitzer Deutschen Haus ein wichtiger Ansprechpartner. Im Jahr 2010 bestand das Haus an der Herrengasse 100 Jahre seit seiner Eröffnung. Hier stößt man bei Besuchen des öfteren auf deutschsprachige Touristen und Studenten oder Dozenten der Universität Czernowitz. Letztere sind an kulturellen Kontakten und der deutschen Sprache interessiert.

Viele der noch in der Bukowina lebenden Deutschen sind Mitglieder dieser Vereinigungen und pflegen, zum Teil mit ihren einheimischen Ehepartnern und Nachkommen, die deutsche Sprache und das deutsche kulturelle Erbe. Es finden regelmäßige Treffen statt. Auch Angehörige anderer Volkszugehörigkeit sind als Gäste willkommen. In Gesangvereinen werden Volks- und Kirchenlieder der Bukowina gesungen. Der Besuch des Gottesdienstes ist vielen eine Herzensangelegenheit und fördert die gegenseitigen Verbindungen.
 


In all diesen Kreisen wird, ganz im Sinne des bukowinischen Geistes, gegenseitige praktische Hilfestellung geleistet. Die Deutschen in der Bukowina interessieren sich sehr für die Ursprungsheimat ihrer Vorfahren, sie sind sehr gastfreundlich, treten aber eher zurückhaltend auf. Es bestehen keinerlei Integrationsprobleme. Die Deutschen besitzen keinen Sonderstatus und müssen mit den dort üblichen Lebensbedingungen zurechtkommen. Rentner und chronisch Kranke können mitunter die Unterstützung von dritter Stelle gut gebrauchen
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